Zum Tod von Dieter Merkle

Der TSV Bietigheim trauert um sein Ehrenmitglied Dieter Merkle, der im Alter von 92 Jahren verstorben ist.

Mit Dieter verliert der TSV einen Menschen, der zeit seines Lebens seinem Verein aufs Engste verbunden war. In der Jugend geprägt von einer engen Kameradschaft mit seinen Handball-Mitspielern übernahm er als aktiver Spieler bald auch als Trainer Verantwortung für Jugendmannschaften und leitete die Handballabteilung Mitte der 60er Jahre. Als Beisitzer im Hauptausschuss hatte Dieter auch den Gesamtverein im Blick, 1974 wurde er zum 2. Vorsitzenden des TSV gewählt. Dieses Amt hatte er bis 1992 inne, wechselte dann bis 2012 in den Ältestenrat.

Persönlich war ich mit Dieter über die Vereinsfamilie über Jahrzehnte eng verbunden. Vom ersten Kennenlernen im Hause Schmelzer Anfang der 70er Jahre über Wanderungen, Ausflüge, Weinproben lernte ich die warmherzige offene Zuwendung und kritischen Austausch über (Vereins-)probleme zu schätzen. 1992 durfte ich ihm im Amt des 2. Vorsitzenden nachfolgen, freute mich über wohlwollende und zielführende Ratschläge, die mich u.a. über den Ältestenrat erreichten. Und auch danach blieben wir über viele Vereinsfeste, vor allem aber über die regelmäßigen Besuche der Handballspiele in Kontakt.

In den TSV-Nachrichten vom Mai 2004 findet sich ein Interview, das Lilo Hahn mit Dieter nach seinem 70. Geburtstag führte, das vieles aus seinem Leben widerspiegelt und aus dem ich auszugweise zitieren darf:

Zur Schulzeit: „… besuchte ich ab 1944 die Oberschule im Gebäude der heutigen „Lateinschule“. Das Gebäude ist ja heute schön restauriert, damals war es in einem fürchterlichen Zustand. Mit dem Zirkel haben wir Wanzen an die Wand gepinnt.“

Wie kamen Sie zum TSV? „Über meinen Vater Herbert Merkle. Er war längere Zeit auch Vorstand im TSV – und so hat der Verein in unserer Familie schon immer eine gute Tradition – meine Söhne sind heute auch dabei. … Nach dem Krieg traf sich die TSV-Jugend in der alten Bessey-Halle zu Sing- und Spielabenden. Dort wurden dann die Talente gesichtet. Ich habe mich damals für das Handballspiel entschieden.“

Welche Rolle hat die Frauenwelt in dieser Zeit gespielt? Mir ist zu Ohren gekommen, dass so manches Mädchen in Bietigheim ein Auge – oder auch zwei – auf Sie geworfen hat. „Da weiß ich nichts davon.“

Beruflich und im Verein haben Sie doch eng mit Hans Noller zusammengearbeitet. „Ja, ich als 2., Hans als 1. Vorsitzender. Für den Verein war das eine gute Zeit. Viele Abteilungen entstanden, das Vereinsheim wurde gebaut.“

Heute (2004) im Ruhestand: „Mein Sohn Steffen hat das Büro in der Stresemannstraße übernommen, vom Garten kann ich auf meine alte Arbeitsstätte sehen. Steffen ist auch beim Handball engagiert. Heute bin ich am Vereinsleben zwar immer noch interessiert, aber meine aktive Zeit ist vorbei. … Mit meinen TSV-Kameraden treffe ich mich regelmäßig zum Kegeln. Ich wandere nach wie vor gerne und meine Passion ist das Angeln geworden. Dort finde ich Ruhe und Zufriedenheit.“

Ich bin dankbar, dass ich Dieter Merkle über so viele Jahre begleiten durfte. Er hat nicht nur mich in meiner Einstellung zum Verein geprägt, sondern auch den TSV über Generationen hinweg maßgeblich mitgestaltet.

Günter Krähling

arrow-icon Zurück zur Übersicht