Zum Tod von Rolf Zinßer

Mit Rolf Zinßer hat der TSV ein Ehrenmitglied zu betrauern, das, beginnend in den 1960er Jahren, das Gesicht der Leichtathletikszene im TSV und in Bietigheim-Bissingen bis in die 2000er Jahre war.

Der Silvesterlauf, den er zusammen mit Heinz Nägele im Jahr 1981 initiierte, ist bis heute das prägende sportliche Ereignis zum Jahresende und hat sich aus bescheidenen Anfängen zu einer Großveranstaltung mit 4000 aktiven Läuferinnen und Läufern und Zehntausenden begeisterten Zuschauern entwickelt. Auch wenn die Organisation des Silvesterlaufs bald an ein Team der LG Neckar-Enz übertragen wurde, gilt Rolf bis heute zurecht als der Vater des Silvesterlaufs.

Persönlich verbunden war ich mit Rolf ab Mitte der 60er, ich als Jugendlicher, er als Athlet, vor allem aber als Leiter der Leichtathletik-Abteilung, ein Amt, das er von 1966 bis 2001 vorbildlich ausübte. In dieser Zeit erhielt er viele Auszeichnungen, vom TSV, von der Stadt Bietigheim-Bissingen, aber auch vom Württembergischen und Deutschen Leichtathletikverband, vom Landessportbund bis hin zur Landesehrennadel im Jahr 1987.

Bereits früh hatte Rolf auch erkannt, dass erfolgreiche Leichtathletikarbeit, vor allem im Jugendbereich nicht mehr von den Abteilungen eines Vereins allein gestaltet werden kann. Nach einer Versuchsphase mit dem SV Germania war er 1972 bei der Erweiterung um Besigheim und Bönnigheim zur LG Neckar-Enz maßgeblich beteiligt und prägte als Vereinsvertreter ihre Entwicklung mit.

Auch im TSV wollte der Leichtathletik-affine 1. Vorsitzende Hans Noller nicht auf die Erfahrung eines Weggefährten verzichten und holte Rolf von 1984 bis 1989 als 3. Vorsitzenden mit in die Vereinsleitung. Diese enge Beziehung hatte auch über die aktive Funktionärstätigkeit hinaus Bestand – über viele Jahre trafen sich die Freunde auf dem Tennisplatz zum gemeinsamen Spiel, meist im Doppel.

Ich habe Rolf als Sportler und Funktionär schätzen gelernt. Er war nicht immer einfach, er hatte seinen eigenen Kopf, seine eigenen Vorstellungen – aber er verstand sie immer fair durchzusetzen. Wir werden ihn in bleibender Erinnerung behalten.

Die Trauerfeier mit Urnenbeisetzung findet am Freitag den 13. Februar um 11.00 Uhr auf dem Friedhof St. Peter statt.

Günter Krähling

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